D-Kader Trainingslager in St. Auban 2009

(Tobias Stramma) In guter alter Tradition fand dieses Jahr, nun schon zum 15. Mal die von Eckhard Stoi organisierte Trainerfortbildung und das integrierte Trainingslager des D-Kaders NRW im südfranzösischen St. Auban statt.

Der Sonntag wurde nach der langen Anreise als Ruhetag und für letzte Vorbereitungen an den Flugzeugen genutzt. Abends ging es dann zum obligatorischen Empfangsessen zu Olga in Les Mees. Da im gleichen Zeitraum auch das Treffen der Deutschen Fliegerärzte statt fand, war die Gruppe zum ersten Mal auf 15 Flugzeuge beschränkt. Als Trainer waren neben Eckhard Stoi, Hubertus Huttel, Sebastian Hessner und Michael Breitbach auch Hartmut Biebricher, Ulrich Schulze, sowie Karl und Gundula Goeke dabei.

Da die Truppe der Junioren bereits über nötige Erfahrung aus den Vorjahren verfügte, konnten wir bereits am ersten Tag selbstständig und im Team mit den Trainern auf Strecke gehen. Der erste Flugtag beglückte uns gleich mit tollen Wellenflügen bis in die Ecrins, die auf „Radio Huttel“ live mit detaillierten Wetterinformationen und immer neuen Bergnamen von Hubs kommentiert wurden. Für den folgenden Tag versprach uns Roger beim Briefing „very good wave conditions in the foehn effect“ und der Mistral hielt sein Wort. Jedoch wurde der Tag aus Sicherheitsgründen wegen des Bodenwindes von über 55 Knoten gecancelt.

Die einfließende feuchte Luft aus dem Norden machte den Mittwoch zu einem Tag mit ganz besonderer Wellenoptik. Zwar war größte Vorsicht geboten, da die Wolkendecken und Wellenwolken oft sehr schnell zusammen flossen, aber ein Himmel übersäht mit Lentis bot uns ein einmaliges, atemberaubendes Bild. In der Lure Welle konnten Sebastian Tschorn und Ich dann auch unseren Höhendiamanten erfliegen und ein bisschen „Airlinerfeeling“ genießen. Eckhard machte selbst an der Vaumase eine gut gehende Welle mit über 4m/s aus.

Während die Sposos von Vinon aus am Donnerstag mit zwei 1000km-Flügen auftrumpften, durften wir durch einen relativ späten Start und eine herein ziehende Abschirmung nur im untersten Stockwerk spielen, sodass viel Bodenturnen angesagt war. Wie so oft, überraschte uns das Wetter mit seinen Änderungen und die Winddrehung brachte das lang ersehnte Brisenwetter. Bei guter Thermik flogen die kleinen Gruppen bis Bardonecchia und St. Crepin und die Junioren konnten sich auch bei schwierigen Passagen auf die Hilfe ihrer Trainer verlassen. Ärgerlich war lediglich zu Beginn die langsame Schleppfrequenz der Franzosen an diesem Tag, die einen zeitnahen Start der gesamten Gruppe verhinderte.

Mit Hilfe unserer weiblichen Begleitungen von Pia, Miriam und Julia wie auch Hartmut als „Chef de Cuisine“ gab es dann am Abend ein selbsterstelltes, ergiebiges Festmahl in mehreren Gängen für die hungrigen Trainer - insgesamt ein gelungener Abend mit vielen zufriedenen Gesichtern.

Leider meinte es Petrus danach nicht mehr so gut mit der Groupe Stoi. Doch für Abwechslung sollte gesorgt sein. Während sich einige die interessanten Vorträge der Fliegerärzte anhörten, stürzte sich ein Teil des D-Kaders ins Schneegetümmel und nutzte den Tag zum Skifahren. Den folgenden Regentag nutzte Uli für den Theorieunterricht, anhand des Buches „Erfolgreich Segelfliegen“ der Brigliadoris. Gemeinsam diskutierten wir mit den Trainern und Junioren die empfohlenen Strategien.

Die folgenden zwei Tage entpuppten sich dann doch noch als fliegbar. Bei sehr niedriger Basis und Wolkenstraßenbildung tasteten wir uns zunächst südlich des Lures nach Westen, um danach ins besser werdende Wetter in Richtung Parcour und nach Serres zu fliegen. Am folgenden Mittwoch war dann viel Sitzfleisch gefragt, denn trotz guter Vorhersage wollte die Thermik nicht so recht einsetzen, sodass wir erst nach 15 Uhr in die Luft kamen. Für Sebastian, Hartmut und mich sollte noch ein weiterer Flugtag folgen, bei den gesalzenen Minutenpreisen von 5,80€ und der Länge der Schlepps, allerdings ein teurer Spaß, doch wenigstens konnten wir den letzten fliegbaren Tag unseres Aufenthalts noch nutzen.

Bei einer guten Pizza in Peyruis ließen wir das gemeinsame Trainingslager in gemütlicher Runde ausklingen. Tschorni und die „Horstleute“ machten sich auf den langen Weg zum C-Kader Trainingslager und Pribina Cup nach Nitra. Der verbliebene Teil der Gruppe entschied sich zögernd dann doch noch zur früheren Heimreise, der Wetterbericht für den Süden schien nicht zu halten, was er anfangs versprach. Dafür hatte man dann bestes Streckenflugwetter im Norden, welches allerdings nur abgerüstet im Tiefflug für uns zu ertragen war.

Die Übergabe des Discus 2c des NRW-Fördervereins an der Grenze in Saarbrücken an den nächsten Nutzer, Nils Deimel, gestaltete sich zu später Stunde dann auf Grund eines fehlenden Adapters für die Anhängerelektrik noch schwieriger als erwartet – der Stecker am Anhänger war mit 13 Polen seinem neuen Zugfahrzeug weit voraus – eine Weiterfahrt Richtung Hockenheim war so nicht möglich. Aber die Polizeikontrollen im Zuge des G20 Gipfels hatten dann doch noch ihr Gutes für uns. Nach erfolgloser Suche an den umliegenden Tankstellen klagten wir unser Leid an der Leitstelle der Polizei und trafen auf viele hilfsbereite Beamte. Leider blieb die Suche auch hier erfolglos. Die netten Beamten eskortierten uns allerdings mit Blaulicht auf den Hinterhof der Grenzstation, wo wir den Anhänger bestens bewacht in einem Meer von Einsatzfahrzeugen über die Nacht abstellen konnten, bis der nötige Adapter gekauft war.

An dieser Stelle ein großes Dankeschön an den Förderverein für Leistungssegelflug NRW und seine Unterstützer, für dieses tolle Flugzeug, die schönen Flüge in Südfrankreich haben Lust auf mehr gemacht! Viel Erfolg auch den weiteren Piloten!

Im Namen des D-Kaders NRW danke Ich auch Eckhard Stoi für die souveräne Organisation dieses Trainingslagers und den Trainern für ihre Unterstützung. Wir hoffen alle, dass dieses Trainingslager auch weiterhin angeboten werden kann, um die Erfahrung der alten Hasen an die Junioren weitergeben zu können.