Bad Breisiger Segelflugwoche 2009

(Daniela Wilden) Im Winter bekam ich die Nachricht, dass ich die LS4 des Fördervereins NRW im nächsten Sommer für zwei Wettbewerbe zur Verfügung gestellt bekomme. Was lag daher näher, als den Vereinslieblingswettbewerb meiner neuen fliegerischen Heimat, dem aeroclub bonn-hangelar e.V., zu wählen.

So ging es am 20. Mai auf die Mönchsheide zur Bad Breisiger Segelflugwoche, wo wir uns mit unserer Campingausrüstung schnell häuslich einrichteten und uns während des Wettbewerbs sehr wohl fühlten. Der Wettbewerb begann am 21. Mai mit dem obligatorischen Eröffnungsbriefing und angeschlossener Aufrüstübung. Nachdem wir alle 7 Flugzeuge (2 Doppelsitzer und 5 Einsitzer) kurz vor Regenbeginn tatsächlich im Anhänger verstaut hatten, entschieden wir, den restlichen Tag im Schwimmbad zu verbringen.

Trotz anfänglich grauem Himmel rüsteten wir am Freitagmorgen, dem ersten Wertungstag, die Flugzeuge auf. Ausgeschrieben war eine DAAT mit Wertungsstrecken zwischen 176,4 km und 391,8 km. Die Wertungszeit belief sich auf 3:30 h. Um 12 Uhr wurde der Erste von insgesamt drei Versuchen gestartet, die komplette Standardklasse in die Luft zu bringen. Nach den anfänglichen Schwierigkeiten erreichte ich 209 km später wieder die Mönchsheide. Zu meiner Überraschung fand ich meinen Namen auf dem 2. Platz der Tageswertung!

Der 2. Wertungstag folgte unmittelbar. Im strahlenden Sonnenschein wurde das Feld um 12 Uhr zu einer neuen DAAT mit Wertungsstrecken zwischen 80 km und 221 km und einer Wertungszeit von 3 h in kürzester Zeit in die Luft geschleppt. Nach 155 km landete ich auf der Mönchsheide hinter dem Vortagessieger Dirk Nolzen. Die nächsten drei Tage sollte es sonnig werden - und stabil. Leider stellten wir die unfliegbare Situation immer erst nachmittags fest, nachdem wir mehrere Stunden und Schnupperflüge unter den Flächen gewartet hatten.

Endlich wieder Fliegen durften wir am 27. Mai. Der Tag versprach so gut zu werden, dass das Briefing auf 10:30 Uhr verlegt wurde und der Start vorher aufgebaut werden sollte. Um 11:30 Uhr startete der erste Schlepp zur DAAT (das schien die Lieblingsaufgabe der Wettbewerbsleitung zu sein) zwischen 199 km und 473 km. Nach einem so langen Tag mit Platzierung auf dem 4. Platz folgte, was folgen musste: ein verregneter Tag in der Therme in Bad Breisig. Das Wetter besserte sich zum Ende der BBSW noch einmal. Am 29. Mai ging es auf eine - na? - SAAT mit Mindestwertungszeit von 3 h und Distanzen zwischen 181 km und 364 km. Diesen Tag konnte Isabell im Förderflugzeug RP für sich entscheiden.

Das jetzt beständigere Wetter veranlasste die Wettbewerbsleitung, uns am vorletzten Tag wieder eine SAAT aufzuerlegen. Die Wertungsstrecken lagen zwischen 123 km und 377 km und sollten nach frühestens 2:30 h erfüllt sein. Ich schaffte es auf den 6. Platz, so dass der letzte Tag die Entscheidung bringen musste. Die NRW stand am Vorabend noch auf dem vierten Gesamtrang. Nach der neuen favorisierten Aufgabe der Wettbewerbsleitung - einer SAAT zwischen 131 km und 327 km - landete ich nach 187 km und 2:30 h endlich auf der Mönchsheide.

Nach langem Warten auf die Siegerehrung, da die Außenlander die Wertung entscheidend verändern konnten, stellte sich bei der abschließenden Siegerehrung heraus, dass ich den höchsten Tagesschnitt und folglich endlich meinen ersten Tagessieg in der Standardklasse erflogen hatte. Der Tagessieg brachte mir die letzten 11 Punkte Vorsprung auf Dirk, der daraufhin in der Gesamtwertung auf den 2. Platz hinter mich rutschte. Ein Wettbewerb voller spannender Flüge, intensivem Funkverkehr unter den Vereinskameraden und Segelflieger-typisch guten Stimmung ging zu Ende. Ich Danke dem Förderverein und dem ACBH für die Unterstützung und die Möglichkeit auf der BBSW mitzufliegen.

Daniela Wilden